Herz über Kopf – mit Meditation in die innere Mitte

Herz über Kopf – mit Meditation in die innere Mitte

Herz über Kopf

– mit Meditation in die innere Mitte

Inspiration

Diesen Beitrag habe ich für adiuvia.de geschrieben

Kannst Du Dich an Deine Kindheit erinnern? Wie Du Dein Leben genossen hast, ohne einen Gedanken an Zeit oder unerledigte ToDos zu verschwenden?

Wenn Du das heute nicht mehr kannst, wenn Du in einem Gedankenkarussell gefangen und emotional aufgeladen bist, Dir ständig Sorgen machst und nicht wirklich zur Ruhe kommen kannst, dann lies unbedingt weiter. Denn es kann sein, dass das Lesen dieses Artikels der erste Schritt in Deine innere Mitte ist.

Zwei Bewusstseinszustände

Das Schöne am Kindsein ist nicht, das Kinder keine Sorgen haben. Das Schöne ist, dass Kinder ihnen weniger Macht geben. Denn ihnen fällt es leicht, den Bewusstseinszustand zu wechseln und den Moment nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen zu erleben.

Es gibt zwei Bewusstseinszustände, in denen wir den Moment erleben können – aktiv im Tun oder passiv im Sein.

Was ergibt 33+25? Während Du diese Rechenaufgabe löst, übernimmt Dein Verstand die Führung und Du bist im aktiven Zustand des Tuns. Die Aufgabe Deines Verstands ist das Denken, das Schlussfolgern und sachliche Argumentieren. Unser Verstand beäugt kritisch, bewertet, vergleicht und wägt ab. Durch das Erzeugen von Ängsten und Sorgen übernimmt er eine Schutzfunktion, welche unser Überleben sichert.

Nun streiche über Deine Haut und spür mal, wie sich das anfühlt. Während Du wahrnimmst, bist Du im Zustand des Seins, in welchem das Herz die Hauptrolle spielt. Seine Zuständigkeiten liegen im Wahrnehmen, im Fühlen und Beobachten. Nur im Sein können wir zur Ruhe kommen, unsere Bedürfnisse und Intuition wahrnehmen, vertrauen und genießen.

Idealerweise sind Tun und Sein ausgeglichen und wechselt sich auf harmonische Art und Weise miteinander ab. Beispielsweise beim Bergsteigen ermöglicht uns das perfekte Zusammenspiel von Denken und Sein, dass wir vorsichtig genug sind, um sicher anzukommen und trotzdem die tolle Sicht, den Wind in den Haaren und die Sonne auf der Haut genießen können.

Unser Verstand – Fluch und Segen zugleich

Unser großartig entwickelter logischer Verstand gepaart mit den Werten der Leistungsgesellschaft führt allerdings schnell dazu, dass wir mehr im Kopf leben, als gut für uns ist.

Wann hast Du zuletzt achtsam und ohne Ablenkung Dein Essen genossen? Beim Bahnfahren stundenlang aus dem Fenster gesehen oder bewusst dem Vogelgezwitscher gelauscht?

Im Laufe unseres Lebens haben die meisten von uns gelernt, die Zeit effizient zu nutzen, um möglichst viele Dinge zu erledigen, besonders produktiv zu sein. Dabei haben wir verlernt zu sein, uns selbst wahrzunehmen, Gedanken zu beobachten und Emotionen zu fühlen. Die Folge ist, dass viele den Zugang zu sich selbst verloren haben. Viele kennen das Gefühl von Hunger nicht mehr, merken kaum, wie erschöpft sie sind, Intuition ist ein Fremdwort geworden. Emotionen stauen sich bis zum unkontrollierten Gefühlsausbruch an, Gedanken mehren sich bis zum Burnout. Uns fehlt der passive Ausgleich.

Wie geht es Dir? Fühlt sich Dein Kopf manchmal zum Platzen gefüllt an und bist Du emotional so aufgeladen, dass Dich der kleinste Trigger aus der Fassung bringen kann? Wie oft fällt Dir in einem kurzen Moment der Ruhe auf, dass Du schon seit Stunden Hunger oder nichts getrunken hast? Wie oft wirst Du im Urlaub krank, weil sich Dein Körper im Alltag nicht entspannen kann?

Ausgleich lernen

Ein wunderbarer Weg, Ausgleich zu schaffen, ist Meditation. Sie hilft Dir zurück in Dein Herz und den Seins-Zustand zu üben. Dafür musst Du nicht unbedingt still auf einem Meditationskissen sitzen und nichts tun. Jede Tätigkeit, die Dir leicht von der Hand geht und über die Du nicht nachdenken musst, ist geeignet. Egal, ob Du tanzt, singst, malst, joggst, spazieren gehst oder putzt – auch meditative Tätigkeiten ermöglichen Dir das einfache Sein. Hör auf, Dich mit Ablenkung zu betäuben. Schalte das Hörbuch beim Autofahren und den Fernseher beim Bügeln aus. Beobachte stattdessen Deine Gedanken und fühle Deine Gefühle, beschäftige Dich mit Dir. Sieh, höre, fühle, rieche und schmecke ganz bewusst – das ist Meditation. Eine andere Möglichkeit sind geführte Meditationen, die Dich gezielt anleiten. Probiere aus und erlebe, was sich gut anfühlt.

Wundere Dich nicht, wenn Deine Gedanken dabei erst recht anfangen zu kreisen und Deine Gefühle heftige Reaktionen auslösen. Denn Dein Kopf kann noch nicht leer sein, bevor die Gedanken nicht einmal zugelassen worden sind und dadurch gehen konnten. Gefühle müssen erst einmal durchfühlt werden, um sich auflösen zu können. Fang langsam an und beobachte, wie sich Dein Geist jedes Mal mehr beruhigen und Dein Körper mehr entspannen kann.

Fange jetzt an!

Nutze die Gelegenheit, Deinem Kopf eine Pause zu gönnen. Nimm einen tiefen Atemzug. Spür mal, wie viel wärmer die Luft ist, wenn sie wieder aus Deiner Nase strömt. Stell Dir einen Wecker, um regelmäßig in Dich hineinzuhören . Jeder Moment, den Du in Deinem Herzen verbringst, zählt. Jeder Moment im Seins-Zustand befreit Deinen Kopf, führt Dich weiter in Deine Mitte und schließlich in Dein authentisches, gesundes und glückliches Leben – so, wie in sorglosen Kindheitstagen.

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